Hydrosysteme
DWC-Eimer, Aeroponik-Propagatoren und Wurzelvlies — kompakte Hydrosysteme für Grower, die Wurzeln direkt in Nährlösung oder Sprühnebel wachsen lassen. Vom Einzel-Eimer für eine Pflanze bis zum Stecklings- Propagator. Fachberatung seit 2006.
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Hydrosysteme — Wurzeln direkt in der Nährlösung
Bei Hydrosystemen hängen die Wurzeln frei in belüfteter Nährlösung oder Sprühnebel — kein Substrat dazwischen, kein Puffer, kein Umweg. Die Pflanze nimmt Nährstoffe und Sauerstoff direkt auf, ohne Energie in ein großes Wurzelsystem für die Suche nach Wasser stecken zu müssen. Das Ergebnis: spürbar schnelleres vegetatives Wachstum als in Erde. Der Preis dafür ist weniger Fehlertoleranz — pH-Schwankungen, Temperaturspitzen und Sauerstoffmangel treffen die Pflanze sofort.
DWC oder Aeroponik — was ist der Unterschied?
Bei Deep Water Culture (DWC) hängen die Wurzeln in einem Eimer mit Nährlösung. Eine Luftpumpe mit Ausströmer belüftet die Lösung rund um die Uhr — Ziel sind mindestens 6 mg/L gelöster Sauerstoff, unter 5 mg/L wird es kritisch für die Wurzeln. Der Oxypot (19 Liter Reservoir, 140 mm Netztopf) ist ein klassisches DWC-System für eine einzelne Pflanze.
Bei Aeroponik hängen die Stecklinge frei in einer Kammer, eine Pumpe vernebelt Nährlösung direkt auf die Stämme. Die hohe Sauerstoffversorgung beschleunigt die Bewurzelung — viele Grower berichten von sichtbaren Wurzeln nach 7–14 Tagen. Der X-Stream Propagator arbeitet nach diesem Prinzip und eignet sich für die Stecklingsvermehrung.
Welche Bedingungen braucht ein Hydrosystem?
Drei Parameter entscheiden über Erfolg oder Misserfolg:
Wassertemperatur: 18–22 °C. Unter 18 °C verlangsamt sich die Nährstoffaufnahme, über 24 °C sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser und Pathogene wie Pythium vermehren sich. Ein Regelheizer im Reservoir hält die Temperatur stabil.
pH-Wert: 5,5–6,5. Ohne Substratpuffer driftet der pH schneller als in Erde — täglich messen und bei Bedarf korrigieren.
Sauerstoff: Luftpumpe muss 24/7 laufen. Bei einem Ausfall sinkt der Sauerstoffgehalt in der Lösung innerhalb von 3 Stunden um die Hälfte — nach 4–6 Stunden beginnt signifikanter Wurzelstress. Deshalb bei DWC-Systemen immer eine qualitative Luftpumpe verwenden und Ersatz bereithalten.
Kann ich mit einem Oxypot anfangen?
Ja. DWC ist vom Aufbau her eines der einfachsten Hydrosysteme: Eimer mit Nährlösung, Netztopf mit Blähton, Luftpumpe mit Ausströmer — fertig. Die Wasserstandsanzeige am Oxypot zeigt dir ohne Öffnen des Deckels, ob aufgefüllt werden muss. Alle 1–3 Wochen die Nährlösung komplett wechseln.
Brauche ich Osmosewasser für Hydrosysteme?
Empfohlen. In Hydrosystemen ohne Substratpuffer wirken sich unbekannte Mineralien im Leitungswasser direkt auf EC und pH aus. Mit Osmosewasser startest du bei EC 0 und baust deine Nährlösung kontrolliert auf.
Was ist Wurzelvlies und wofür brauche ich das?
Wurzelvlies (Spreader Mat) ist ein synthetisches, verrottungsfestes Vlies, das in NFT-Rinnen und Ebb-Flow-Trays die Nährlösung gleichmäßig verteilt. Es verhindert, dass sich das Wasser in Kanälen sammelt statt die gesamte Fläche zu benetzen. Gleichzeitig hält es Feuchtigkeit, wenn die Pumpe kurzzeitig nicht läuft. Chemisch inert — verändert weder pH noch EC der Lösung.